Ernährung
Probiotischer Joghurt: Wirklich gesund? Worin besteht die Wirkung?

Joghurt

Wie gesund ist probiotischer Joghurt? (Foto: Julia Sudnitskaya | Shutterstock)

Neben herkömmlichem Joghurt finden sich daneben sogenannte probiotische Joghurts. Das aus dem griechischen hergeleitete „pro bios“ bedeutet so viel wie „für das Leben“. In der Werbung vielfach angepriesen, sollen solche probiotischen Joghurts positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben. Mit sogenannten probiotischen Kulturen versetzt, die sich laut den Herstellern in der Darmschleimhaut festsetzen und dort den gesamten Verdauungsapparat beeinflussen, sind solche Joghurts vor allem für eine gesunde Ernährung empfehlenswert.

Probiotische Bakterienstämme überleben die Magensäure

Die speziell in großen Fermentern gezüchteten Bakterienstämme werden entweder nach der Herstellung des Grundjoghurts hinzugefügt oder direkt in die Milch gegeben. In letzterem Fall bestehen die Joghurts ausschließlich aus probiotischen Bakterienstämmen. Beide Arten enthalten die probiotischen Bakterien, die die Magensäure, um Gegensatz zu herkömmlichen Milchsäurebakterien, überleben und so direkt in den Darm gelangen. Im Dünn- und Dickdarm wird dort der Fehlbesiedelung schädlicher Darmkeime vorgebeugt und so eine gesunde Verdauung gefördert. Diese ist auch für das eigene Wohlbefinden wichtig.

Wirkung wird bezweifelt

Allerdings bezweifeln Ernährungswissenschaftler die Wirkung von probiotischen Joghurts. Diese sind der Ansicht, dass eine ausgewogene Ernährung und herkömmliche Joghurts sinnvoller seien und den Geldbeutel weit weniger schmälern. So erklärt Dr. Michael de Vrese, Mitarbeiter in der Bundesanstalt für Milchforschung, dass gerade für gesunde und einzelne Personen die Wirkweise bestimmter Effekte nicht garantiert werden könne. Weiter wird bezweifelt, dass sich die nützlichen Bakterien in einer gesunden Darmflora überhaupt ansiedeln können. Die Europäische Union ging im Jahre 2007 soweit, dass sie Aussagen zur Gesundheitsförderung solcher Lebensmittel untersagte und seit 2009 ein generelles Verbot für die Verwendung solcher Behauptungen besteht, sofern diese nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden können.

1 Kommentar 20.05.2018
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  • 🕝 Anka

    Neben herkömmlichem Joghurt finden sich daneben sogenannte probiotische Joghurts. Das aus dem griechischen hergeleitete „pro bios“ bedeutet so viel wie „für das Leben“. In der Werbung vielfach angepriesen, sollen solche probiotischen Joghurts positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben. Mit sogenannten probiotischen Kulturen versetzt, die sich laut den Herstellern in der Darmschleimhaut festsetzen und dort den gesamten Verdauungsapparat beeinflussen, sind solche Joghurts vor allem für eine gesunde Ernährung empfehlenswert.

    Probiotische Bakterienstämme überleben die Magensäure

    Die speziell in großen Fermentern gezüchteten Bakterienstämme werden entweder nach der Herstellung des Grundjoghurts hinzugefügt oder direkt in die Milch gegeben. In letzterem Fall bestehen die Joghurts ausschließlich aus probiotischen Bakterienstämmen. Beide Arten enthalten die probiotischen Bakterien, die die Magensäure, um Gegensatz zu herkömmlichen Milchsäurebakterien, überleben und so direkt in den Darm gelangen. Im Dünn- und Dickdarm wird dort der Fehlbesiedelung schädlicher Darmkeime vorgebeugt und so eine gesunde Verdauung gefördert. Diese ist auch für das eigene Wohlbefinden wichtig.

    Wirkung wird bezweifelt

    Allerdings bezweifeln Ernährungswissenschaftler die Wirkung von probiotischen Joghurts. Diese sind der Ansicht, dass eine ausgewogene Ernährung und herkömmliche Joghurts sinnvoller seien und den Geldbeutel weit weniger schmälern. So erklärt Dr. Michael de Vrese, Mitarbeiter in der Bundesanstalt für Milchforschung, dass gerade für gesunde und einzelne Personen die Wirkweise bestimmter Effekte nicht garantiert werden könne. Weiter wird bezweifelt, dass sich die nützlichen Bakterien in einer gesunden Darmflora überhaupt ansiedeln können. Die Europäische Union ging im Jahre 2007 soweit, dass sie Aussagen zur Gesundheitsförderung solcher Lebensmittel untersagte und seit 2009 ein generelles Verbot für die Verwendung solcher Behauptungen besteht, sofern diese nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden können.

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